Altersarmut ist und bleibt die Ausnahme
Altersarmut ist in Deutschland erfreulicherweise selten. Nur rd. 3 % aller über 64-jährigen sind auf Leistungen der Grundsicherung im Alter angewiesen. Unnötigen Sorgen und Ängsten in der Bevölkerung vor grassierender und um sich greifender Altersarmut sollte daher mit Fakten begegnet werden und vor allem mit einer Politik, die an den Ursachen von vorhandener Altersarmut ansetzt. Die Altersarmutsdebatte sollte versachlicht werden.

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Ältere sind heute deutlich seltener auf Grundsicherungsleistungen angewiesen als Jüngere.
Irrtum: Niedrige Rente gleich Altersarmut:
Wer mindestens 65 Jahre alt ist und tatsächlich nicht über ausreichende Mittel zum Lebensunterhalt verfügt, hat Anspruch auf Grundsicherung im Alter. Diese Sozialleistung, mit der das Problem der „verschämten Altersarmut“ gelöst werden soll, wird sogar dann voll gewährt, wenn die Betroffenen ihre unterhaltspflichtigen Kinder in Anspruch nehmen könnten.
Auch für die Zukunft spricht sehr viel dafür, dass Altersarmut – trotz sinkendem Leistungsniveau der gesetzlichen Rentenversicherung – weitgehend die Ausnahme bleiben wird:
- Nach dem der Bundesregierung werden die Renten bis 2032 bei Zugrundelegung der erwarteten Wirtschaftsentwicklung jährlich um durchschnittlich 2,4 % steigen. Sie werden damit voraussichtlich nicht nur nominal steigen, sondern auch noch weiter an Kaufkraft gewinnen.
- Die private und betriebliche Altersvorsorge hat in den letzten Jahrzehnten stark zugelegt. In den vergangenen 15 Jahren hat die Zahl der Beschäftigten mit einer Anwartschaft bezogen auf betriebliche Altersvorsorge deutlich zugenommen. Von den sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten im Alter von 25 bis unter 65 Jahren hatten im Jahr 2019 laut Alterssicherungsbericht mehr als 66 % eine Anwartschaft auf eine Zusatzrente aus der betrieblichen Altersvorsorge oder aus einer Riester-Rente. Dabei sind ungeförderte Formen der Alterssicherung noch nicht einmal berücksichtigt.
- Bei den über 65-Jährigen beträgt die Wohneigentumsquote inzwischen rund 60 %. Wer in der eigenen Immobilie wohnt, spart die Miete und erhöht damit das verfügbare Einkommen im Alter.







